Wo ist er nur!

Etwas suchen was man nötig braucht, das kennt jeder, Brillen, Schlüssel, Stifte,...

Und dann im Durcheinander des Lebens fragen sie, die Jünger, damals und heute, als sie mitten im Sturm im Boot ums Überleben bangten: "Wo bist du Jesus!". Jesus zeigt uns mit seiner Antwort, wie in einem Spiegel, wie die eigentliche Frage lautet: "Wo ist euer Glaube?" (Monatsspruch für Februar 2009 Lukas 8,25)

In keinem Evangelium antworten die Jünger auf diese Frage, sie reden miteinander über Jesus. Ihre Gottesbegegnung führt zu Furcht, Staunen und Fragen. Könnten Sie eine klare Antwort darauf geben, wie es um ihren Glauben steht? Können sie Jesus ernster nehmen als ihre Lebensstürme und -ängste? Existenzbedrohenden Situationen mit Glaubensstärke entgegentreten? Also ich möchte es bei mir nicht ausprobieren. Jesus erlebt seine Jünger offensichtlich nur mit einem so kleinen Glauben, das bei Markus an dieser Stelle die Frage sogar lautet: "Habt ihr noch keinen Glauben?" Wenn mein Glaube doch wenigstens immer so groß wäre wie ein kleines Senfkorn, dann wäre das doch schon etwas. Gott sieht und achtet auf das Kleine und Schwache, diese Botschaft, die sich durch die ganzen Schriften des Alten und Neuen Testamentes zieht, tröstet mich. Sogar sein Himmelreich vergleicht Jesus, in Markus 4,30 ff, mit einem winzigen fast unscheinbaren Senfkorn. Gott duldet nicht nur das Schwache, sondern er hat es erwählt, um sein Reich zu bauen. Sein Reich, es wächst unter uns. Die Äste dieses Baumes verzweigen sich, gehen unterschiedliche Wege, wie Kirchen und Menschen. Das Gewächs bringt nicht nur Blätter sondern auch Dornen hervor. Durch die Dornenkrone hindurch wächst die Pflanze weiter. Die unterschiedlichen Äste scheinen zu verwachsen und Blätter sprießen im Licht. In der Vollendung im Licht wirkt diese Pflanze leicht und hoffnungsvoll auch wenn der Stamm oft verbogen, starr und leblos wirkt. Das Ganze wirkt wie ein Blutgefäßsystem, es ist wohl geordnet und nur aus der Distanz zu verstehen.
Gott macht aus dem Kleinen und Verborgenen etwas Wunderbares.

Herr Jesus, lass meinen Glauben so sein wie dieses Senfkorn, nicht mehr und nicht weniger.
Amen

CVJM Annaberg e.V.
Thomas Hecking